Alphadi Tab - Toolübersicht

p-Karte

Die p-Karte dient dazu, einen Prozess über die Zeit anhand von Anteilen zu überwachen. Dazu wird der Prozess durch eine Kennzahl beschrieben, die den Anteil bestimmter Ereignisse an einer Gesamtmenge angibt.

Sie zeigt, ob sich dieser Anteil im erwarteten Rahmen bewegt oder ob auffällige Veränderungen im Prozess auftreten. Das kann zum Beispiel der Ausschussanteil in der Produktion, die Verkaufsquote im Vertrieb oder der Anteil verspäteter Lieferungen sein.

Ziel ist es, Veränderungen frühzeitig zu erkennen, mögliche Ursachen systematisch zu analysieren, Prozesswissen aufzubauen und unnötige Eingriffe zu vermeiden.

Download Die Daten können Sie hier herunterladen: PChart_EtikettenFehlerquote.xlsxDatei zum Download

In der Abfüllung von Tomatensoße wird je Schicht geprüft, wie viele Gläser ein schiefes oder unvollständiges Etikett aufweisen. Ziel ist es zu erkennen, ob der Anteil nichtkonformer Einheiten im Zeitverlauf stabil bleibt.

p-Karte

Interpretation der Ergebnisse:

Es liegen keine Punkte außerhalb der Eingriffsgrenzen vor und es sind keine auffälligen Muster sichtbar. Der Anteil fehlerhafter Etiketten schwankt zufällig um die Mittellinie. Der Prozess kann damit als stabil beurteilt werden.

Erklärungen zur Grafik:

  • Die Punkte zeigen den Anteil nichtkonformer Einheiten je Teilgruppe in zeitlicher Reihenfolge.
  • Die Mittellinie entspricht dem durchschnittlichen Anteil nichtkonformer Einheiten.
  • Die Eingriffsgrenzen werden für jede Teilgruppe aus Stichprobengröße und durchschnittlichem Anteil berechnet.

Vorarbeit

  1. Eine eindeutige binäre Klassifikation festlegen, zum Beispiel nichtkonform und konform.
  2. Sicherstellen, dass pro Datenzeile sowohl die Gesamtzahl der betrachteten Einheiten als auch die Anzahl der nichtkonformen Einheiten vorliegt.
  3. Prüfen, ob sich die Teilgruppengroesse zwischen den Zeitpunkten verändert und ob dies fachlich sinnvoll ist.
  4. Festlegen, ob die Karte auf Basis aktueller Daten oder mit einer historischen Referenz erstellt werden soll.
  5. Definieren, welche Tests auf Ausnahmebedingungen verwendet werden sollen.

AlphadiTab Nutzung in AlphadiTab

  1. In der Control-Phase das Tool p-Karte auswählen.
  2. Bei fehlerhaften Einheiten nichtkonforme Einheiten, bei Stichprobengröße geprüfte Einheiten angeben.
  3. Die Regelkarte über Neu erstellen generieren.
  4. Im Reiter Nelson Rules die festgelegten Tests durchführen.

Interpretation

  1. Prüfen, ob Punkte außerhalb der Eingriffsgrenzen liegen.
  2. Prüfen, ob nichtzufällige Muster wie Trends, Shifts oder Wechselmuster erkennbar sind.
  3. Bewerten, ob bekannte Sonderursachen vorliegen oder eine nachhaltige Prozessänderung vermutet werden muss.
  4. Erst nach der Ursachenklärung entscheiden, ob ein Eingriff in den Prozess erforderlich ist.

Die p-Karte zeigt, ob der Prozess statistisch stabil ist. Ob Zielwerte oder Spezifikationen erfüllt sind, muss separat fachlich bewertet werden.

Historische Werte
Sind historische Referenzwerte vorhanden, können diese als feste Grundlage verwendet werden. Die Eingriffsgrenzen bleiben dann konstant und dienen als Vergleich zum aktuellen Verlauf.
Abschnitte
Abschnitte sind sinnvoll, wenn sich der Prozess bewusst verändert hat, etwa nach einem Lieferantenwechsel, einer neuen Prüfvorschrift oder einer Umstellung im Ablauf. Für jeden Abschnitt werden eigene Mittellinien und Eingriffsgrenzen berechnet.

Mit den Tests werden nichtzufällige Muster erkannt. Für diese Karte stehen folgende Tests zur Verfügung:

R1
1P außerhalb ± 3σ
1 Punkt außerhalb der Eingriffsgrenzen.
R2
9P gleiche Seite
9 Punkte in Folge auf einer Seite der Mittellinie.
R3
6P Trend hoch oder runter
6 Punkte in Folge steigend oder fallend.
R4
14P hoch/runter
14 Punkte in Folge abwechselnd steigend und fallend.
Binäre Einstufung
Jede geprüfte Einheit muss eindeutig einer von zwei Kategorien zugeordnet werden können.
Warum ist das wichtig? Nur dann kann die p-Karte den Anteil der Ereignisse korrekt darstellen.
Zeitliche Reihenfolge
Die Daten müssen in der Reihenfolge vorliegen, in der sie entstanden sind.
Warum ist das wichtig? Nur so lassen sich Shifts, Trends und andere Muster verlässlich erkennen.
Die Teilgruppengroesse ist konstant und eine Anzahl statt eines Anteils soll überwacht werden
np-Karte
Pro Einheit können mehrere Fehler auftreten und die Gesamtzahl soll überwacht werden
c-Karte / u-Karte
Die Daten sind stetig
I-Karte / X-quer-Karte

p (proportion): Anteil nichtkonformer Einheiten in einer Stichprobe.

n: Stichprobengröße (kann variieren).

p̄ (p-quer): Durchschnittlicher Anteil nichtkonformer Einheiten über alle Teilgruppen – entspricht der Mittellinie.

Eingriffsgrenzen (UEG / OEG): Grenzen basierend auf der Binomialverteilung (±3σ). Bei variierender Stichprobengröße verlaufen sie stufenartig.

Nelson-Regeln: Statistische Tests zur Erkennung von nichtzufälligen Mustern.

p̄ = ki=1xiki=1ni
Durchschnittlicher Anteil nichtkonformer Einheiten
Notation
xi = Anzahl nichtkonformer Einheiten in Teilgruppe i
ni = Stichprobengröße der Teilgruppe i
k = Anzahl der Teilgruppen
UEG = p̄ − 3 · √p̄ (1−p̄)√ni
Untere Eingriffsgrenze (je Teilgruppe)
OEG = p̄ + 3 · √p̄ (1−p̄)√ni
Obere Eingriffsgrenze (je Teilgruppe)
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